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minimal invasive Interventionen

Insbesondere bei Rückenschmerzen ist es wichtig, die exakte Quelle des Schmerzes nach Möglichkeit einzugrenzen.

Bandscheiben, Wirbelgelenke und die Kreuzdarmbeingelenke

Circa 40 Prozent aller chronischen Rückenschmerzen sind auf innere Risse der lumbalen Bandscheiben zurückzuführen, so genannte diskogene Schmerzen. Hierfür wird als Ursache das Zusammenspiel von einem Flüssigkeitsverlust des Bandscheibenkernes und widerholten, alltäglichen Belastungen der Bandscheiben vermutet. An der Hals- und Brustwirbelsäule ist die Häufigkeit der von Bandscheiben entspringenden Schmerzen nicht bekannt.
Die Wirbelgelenke insgesamt stellen die größte Gruppe der spezifischen Schmerzquellen der gesamten Wirbelsäule dar, an der Lendenwirbelsäule treten Rückenschmerzen durch Abnützung oder Fehlbelastung der Wirbelgelenke in bis zu 40 Prozent der Patienten auf, bei chronischen Nacken- und Schulterschmerzen beträgt der Prozentsatz bis zu 60 Prozent. Auch die Kreuzdarmbeingelenke können in bis zu 20 Prozent der Fälle tief sitzender Kreuzschmerzen ursächlich sein.

Schließlich können Muskulatur, Sehnen und Bänder auch Quelle von spezifischen Rückenschmerzen sein und müssen subtil klinisch und gegebenenfalls durch Testblockaden abgeklärt werden.

Die hauptsächlichen Krankheitsbilder, welche einer minimal-invasiven Intervention zugänglich sind, sind die diskogenen Schmerzen an der Lendenwirbelsäule und Bandscheibendegeneration, die Facettengelenkschmerzen bei Abnützung und Entzündung der Wirbelgelenke, die Gelenkschmerzen am Kreuzdarmbeingelenk durch Verschleiß oder Entzündung, die Schmerzen bei einer Spinalkanalstenose, aber auch Schmerzen des sympathischen Nervensystems.

Typische Symptome für bandscheibenbedingte Schmerzen:

- tief sitzende Rückenschmerzen, welche längeres Sitzen beeinträchtigen
- oft treten auch Beschwerden im Stehen auf
- leichte Bewegung verbessert das Krankheitsbild

Häufig bestehen auch nächtliche Ruheschmerzen, die dadurch zu erklären sind, dass es nachts zu einer Aufquellung des Bandscheibenkerns kommt, welche zur Dehnung von degenerativ geschädigten Fasern des äußeren Faserrings und damit zu Schmerzen führt.

In fortgeschrittenen Fällen:
Beeinträchtigung von Nervenwurzeln kommen, welche dann mit ausstrahlenden Schmerzen im Sinne einer Ischialgie , eines ins Bein ausstrahlenden Ischiasschmerzes oder eben auch mit ausstrahlenden Schmerzen und Missempfindungen an den Armen einhergehen.


DIskogene Schmerzen

Neben den diskogenen Schmerzen stellen die Beschwerden ausgehenden von den Facettengelenken die zweithäufigste Ursache von Rückenschmerzen dar.

Auch hier sind es chronische Schmerzen, die vom Rücken etwa in das Gesäß, in den Oberschenkel oder in die Beine ausstrahlen können, ebenso können Ausstrahlungen über die Schulter bis in den Arm auftreten.

Die Schmerzen machen sich bei allen Bewegungen bemerkbar, Anlaufschmerzen nach dem Aufstehen vom Sitzen oder Liegen sind noch möglich, häufig treten an der Halswirbelsäule auch so genannte cervicogene, also von der Halswirbelsäule ausgehende Kopfschmerzen auf.

Ursache.
Fehlbelastung. Entzündung oder Abnützung der kleinen Wirbelgelenke.


ENtzündungen Kreuzdarmbeingelenk

Ebenso können Verschleißerkrankungen oder Entzündungen der Kreuzdarmbeingelenke tief sitzende Rückenschmerzen verursachen, welche meistens in die Becken-, Gesäß- und Beinregion ausstrahlen. Sie sind oft schwer von den Facettengelenkschmerzen des LWS zu differenzieren.


Spinalstenose

Bei einer Spinalstenose oder spinalen Enge findet sich eine Einengung des Querschnitts des Nervenkanals im Bereich der Wirbelsäule, wobei sowohl einzelne Nervenwurzeln wie auch mehrere Nervenwurzeln betroffen sein können. Typischerweise werden belastungsunabhängige Schmerzen bei längerer Gehstrecke mit entsprechender Einschränkung der Beweglichkeit berichtet.

Schmerzen des sympathischen Nervensystems können ebenfalls chronische Schmerzen aufrechterhalten, da der Sympathikus bei Schmerzen jeglicher Ursache mit aktiviert wird. Diese führt beispielsweise zur Gefäßverengung, Blutdrucksteigerung oder Veränderung der Schweißsekretion, unter verschiedenen krankhaften Bedingungen kann es zu Kurzschlüssen zwischen dem für die Schmerzwahrnehmung zuständigen Nervensystem und dem Sympathikus kommen, insbesondere ist dieses bei Nervenverletzungen der Fall.

Im Extremfall kann es zur Ausbildung eines sympathisch unterhaltenen komplexen regionalen Schmerzsyndroms kommen, welches auch nach Verletzungen nicht selten beobachtet werden kann.


Behandlung mit minimal-invasive Verfahren

Zur Behandlung der oben aufgeführten verschiedenen Formen von Schmerzen bieten sich verschiedene minimal-invasive Verfahren an. Zunächst muss eine exakte Diagnose gestellt werden. Die Diagnose kann nicht durch eine Bildgebung nachgewiesen werden, da keineswegs alle im Kernspintomogramm oder im Röntgen auffälligen Strukturen Schmerzen verursachen, wohingegen sich viele Schmerzauslöser in der Bildgebung überhaupt nicht darstellen lassen. Hier hilft nur eine gezielte Ausschaltung der Schmerzquelle durch kleine Mengen unter Röntgenkontrolle eingebrachter Lokalanästhetika. So wie der Zahnarzt durch eine Injektion die Schmerzen am Zahn und Kiefer ausschalten kann, kann durch eine derartige kontrollierte Injektion für einen begrenzten Zeitraum eine Schmerzquelle ausgeschaltet werden.

Dies gilt für die Ileosacragelenke, die Facettengelenke an Lenden-, Brust- und Halswirbelsäule, durchaus auch für gereizte Nervenwurzeln, wenn wir eine Ischialgie oder Cervicobrachialgie behandeln wollen.

Wenn eine einwandfreie Zuordnung des Schmerzbildes zu einer anatomischen Struktur möglich ist, kann dann ebenfalls in einer minimal-invasiven Technik die Therapie angeschlossen werden. Hier kann beispielsweise bei einem Facettengelenkschmerz eine so genannte Radiofrequenzdenervierung durchgeführt werden. Hier wird ebenfalls unter Durchleuchtungskontrolle eine feine Sonde an die schmerzenden Strukturen angelegt, die elektrisch beheizbar ist. Durch die Wärme können die Schmerznervenfasern für lange Zeit ausgeschaltet werden, in dieser Zeit kann die Trainingstherapie intensiviert und dadurch das Krankheitsbild langfristig stabilisiert werden. Bei nachgewiesenen Nervenwurzelreizungen kann eine gepulste Radiofrequenzstimulation am Spinalganglion zu einer Verbesserung des Nervenstoffwechsels und zur Änderung der Schmerzleitung führen, was ebenfalls langanhaltende Linderung schafft.

Blockaden des sympathischen Nervensystems können ebenfalls hilfreich sein bei der Behandlung der beschriebenen sympathisch unterhaltenen Nervenschmerzen, dies gilt gleichermaßen für die oberen wie auch unteren Extremitäten.

Die Differenzierung bandscheibenbedingter Schmerzen erfolgt durch die Durchführung einer so genannten Diskographie. Hier wird eine kleine Menge eines Kontrastmittels in die Bandscheibe eingebracht, bei einem auf die Bandscheibe bezogenen Schmerz wird die hierbei auftretende Druckerhöhung den Schmerz provozieren, woraus sich die Möglichkeit ergibt, beispielsweise eine Nukleoplastie durchzuführen. Hierbei wird in den weichen galleartigen, unter hohem Quelldruck stehenden Kern der Bandscheibe eine Radiofrequenzsonde eingebracht, durch deren Beheizung eine Entlastung des Bandscheibengewebes erfolgt, wodurch sich Vorwölbungen zurückbilden und Schmerzen nachhaltig gelindert werden können.


Ziel

Ziel aller derartigen Verfahren ist letztlich die Vermeidung von deutlich eingreifenderen operativen Maßnahmen.

Analog zu dem Vorgehen an der Wirbelsäule hat sich in der Zwischenzeit auch die minimal-invasive Denervierung anderer Strukturen bewährt, so können beispilesweise schmerzende Gelenke, etwa bei Arthrose des Handgelenks, beim Tennis- oder Golferellenbogen oder beim Fersensporn erfolgreich in dieser Technik ohne Operation angegangen werden.
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